Neues Atelierstipendienprogramm für Bildende Kunst der Stiftung Preußische Seehandlung
Die Stiftung Preußische Seehandlung hat ein neues Atelierstipendienprogramm für junge Künstlerinnen und Künstler und ins Leben gerufen. In der historischen Burgwallschanze in Berlin-Spandau stellt die Stiftung künftig vier Atelierplätze für Absolventinnen und Absolventen und der Universität der Künste Berlin zur Verfügung. Am 19. September 2026 wurde das neue Programm mit einer Eröffnungsveranstaltung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Das Atelierstipendienprogramm geht auf die Initiative des Stifters Manfred Gehrmann zurück, der der Stiftung Preußische Seehandlung mit seiner Zuwendung die Möglichkeit eröffnet hat, auf die aktuelle Schließung von öffentlich geförderten Atelierflächen in Berlin zu reagieren. In der Folge hat die Stiftung das Bezirksamt Spandau dafür gewinnen können, die Immobilie dankenswerterweise für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Auf Wunsch des Stifters sollen nun vornehmlich junge Künstlerinnen und Künstler unterstützt werden. Daher zielt die Förderung auf Absolventinnen und Absolventen der Bildenden Kunst und erfolgt in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin.
Vier ausgewählte Absolventinnen der Fakultät Bildende Kunst der Universität der Künste Berlin beziehen im ersten Jahrgang ihre mietfreien Atelierplätze in einem Gemeinschaftsatelier.
Das Programm soll jungen Künstlerinnen und Künstlern unmittelbar nach Abschluss ihres Studiums Raum und Zeit für die weitere künstlerische Arbeit geben und zugleich den Austausch untereinander fördern. Der Stipendienzeitraum endet mit einer öffentlichen Ausstellung ihrer Arbeiten während der Berlin Art Week vom 08. bis 12. September 2027.
Die vier Stipendiatinnen für den Zeitraum 2026/2027 sind:
Vero Haas (*1993 in Kempten) studierte von 2018 bis 2026 Bildende Kunst an der UdK Berlin bei Prof. Valérie Favre und Prof. David Schutter sowie an der Belas Artes Lisboa. In ihrer Arbeit verbindet sie Zeichnung, Malerei und Druck. Ausgehend von einem konkreten Motiv entfernt sie sich im Malen Schritt für Schritt davon. Ihre Bilder bewegen sich so zwischen Figuration und Abstraktion, Erscheinen und Verschwinden. Bedeutung wird dabei im Prozess stets neu verhandelt.
Daria Kim (*1998 in Taschkent, Usbekistan) studierte von 2021 bis 2026 Bildende Kunst bei Prof. David Schutter an der UdK Berlin. Sie ist eine multidisziplinäre Künstlerin, deren Schaffen die Bereiche Performance, Skulptur, Video, Installation, Klang, Malerei und Zeichnung umfasst und auf Materialexperimenten, verkörperter Erinnerung und Geschichten der Diaspora basiert.
Eleni Manolopoulos (*1998 in Berlin) studierte von 2019 bis 2026 Bildende Kunst u. a. bei Prof. Thomas Zipp an der UdK Berlin sowie Informatik und Soziolinguistik an der FU Berlin. Als Kind griechischer Migranten erzählen ihre Arbeiten von Grenzen und Fremdheit, Sehnsüchten und Idealisierungen und stellen die Logik von Identität und Bedeutung radikal infrage.
Alungoo Xatan (*1997 in Berlin) ist eine mongolisch-deutsche Künstlerin, deren Arbeit sich zwischen Skulptur, Objektkunst und Installation bewegt. Sie studierte am California Institute of the Arts (CalArts) und an der UdK Berlin bei Prof. Christine Streuli und Prof. Carsten Konrad. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Frage, wie Unbehagen durch Lebensmittel und lebensmittelnahe Materialien übersetzt wird.
Zur Eröffnung des Atelierstipendienprogramms am 19. September kamen Gäste aus Kunst, Kultur und Politik auf dem Gelände der Burgwallschanze zusammen.
Seitens der Stiftung begrüßte Vorstandsmitglied Prof. Dr. Nike Wagner die Gäste; die Universität der Künste wurde durch den Dekan der Fakultät Bildende Kunst der Universität, Prof. Dr. Jörg Heiser, vertreten. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Peter Ehwald, Träger des Deutschen Jazzpreises 2026, und Stefan Schultze.
am 19.09.2026 © Mathias Völzke
Die Stiftung Preußische Seehandlung fördert Kunst, Kultur und Wissenschaft in Berlin. Zu ihren Programmen gehören unter anderem der Berliner Literaturpreis, der Theaterpreis Berlin, das Eberhard Roters-Stipendium für Junge Kunst, der Friedlieb Ferdinand Runge-Preis sowie die Rahel Varnhagen von Ense-Medaille. Mit dem neuen Atelierstipendienprogramm erweitert die Stiftung ihr Engagement für die Förderung des künstlerischen Nachwuchses.